Was die Krankenkassen zahlen – und was nicht

Die Seniorenbetreuung zu Hause setzt sich aus Pflegeleistungen und Haushaltshilfe zusammen. Während ärztlich verordneten Behandlungen von der Grundversicherung gedeckt sind, ist die Alltagsunterstützung in Form von Haushaltshilfe nicht kassenpflichtig. Dafür bedarf es einer Zusatzversicherung.

Jedes Lebensalter wird durch andere Bedürfnisse geprägt. Junge Menschen, die viel reisen, benötigen eine Zusatzversicherung, die Behandlungskosten im Ausland abdeckt. Später kommt der Mutterschaftsschutz und eine Lohnausfall-Taggeldversicherung hinzu.
Ab der Pensionierung ändert sich der Bedarf erneut grundlegend. Ein Schutz bei Arbeitsausfall wird jetzt nicht mehr gebraucht. Dafür gewinnen aber zum Beispiel Spital-Zusatzversicherungen und Leistungen, die es einem ermöglichen, bis ins hohe Alter zu Hause betreut zu werden, an Bedeutung.
Deshalb lohnt es sich, den eigenen Versicherungsschutz vorausschauend zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Wer das Kleingedruckte unter die Lupe nimmt, sieht, welche Leistungen aktuell und in Zukunft Sinn machen – und von welchen man sich risikolos trennen kann.

Rechtzeitige Planung
Je älter man wird, desto schwieriger wird es, von einer Zusatzversicherung angenommen zu werden, da mit steigendem Alter tendenziell auch die Anzahl an Gebrechen und chronischen Krankheiten wächst. Die Kassen verlangen deshalb oft ein ärztliches Attest, das dem Bewerber einen guten allgemeinen Gesundheitszustand bescheinigt.
Weil das Risiko, von den Zusatzversicherungen abgewiesen zu werden, mit zunehmendem Alter so dramatisch steigt, zahlt es sich aus, den eigenen Versicherungsschutz frühzeitig zu überprüfen. Wenn man für sich entschieden hat, dass man im Alter nicht in ein Heim umziehen möchte, ist es sinnvoll, rechtzeitig abzuklären, welche Kosten von den Kassen gedeckt sind und welche nicht.

Unterschied Grundversicherung und Zusatzversicherungen
Während die Grundversicherung gemäss dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) Spitalkosten und ärztlich verordnete ambulante Behandlungen abdeckt, werden die Kosten für eine Haushaltshilfe nicht übernommen.
Eine externe Betreuungskraft, die einem beim Kochen, Putzen oder Einkaufen zur Hand geht, muss also aus der eigenen Tasche oder von einer entsprechenden Zusatzversicherung bezahlt werden.

SENIORENBETREUUNG – WER ZAHLT WAS?

In der Schweiz gibt es keine Pflegeversicherung. Die anfallenden Kosten bei der Seniorenbetreuung verteilen sich deshalb auf:

  • AHV/IV
  • Krankenkassen (Grundversicherung und Zusatzversicherungen)
  • Pflegebedürftige oder deren Angehörige
  • die öffentliche Hand (Ergänzungsleistungen, Hilflosenentschädigung)

 

Die Krankenkassen zahlen folgende Leistungen:

Grundversicherung:

  • Akutpflege
  • Übergangspflege, z.B. nach einem Klinikaufenthalt

 

Zusatzversicherung, Kostenbeteiligung an:

  • Pflegeleistungen, die nicht durch die Grundversicherung gedeckt sind
  • Haushaltshilfe (z.B. Kochen, Putzen, Fahrdienste, Gesellschaft)

 

Angebote vergleichen
Die Beiträge der Krankenkassen orientieren sich an den Pflegestufen. Da es zwischen den einzelnen Anbietern Abweichungen gibt, ist es ratsam, die Angebote gut miteinander zu vergleichen.

Eine passende Wahl ist zum Beispiel eine Spitalzusatzversicherung, die sich an den Kosten für die häusliche Betreuung und Pflege beteiligt, oder eine anderslautende Zusatzversicherung, die Hauskrankenpflege und Haushaltshilfen abdeckt.

Um von einer Kostenbeteiligung profitieren zu können, braucht es eine ärztliche Verordnung für eine Haushaltshilfe. Im Vorfeld sollte man abklären, ob der gewählte Pflege- oder Betreuungsdienst von der eigenen Krankenkasse wirklich anerkannt ist. Nur so wird eine Zusatzversicherung für einen Teil der Kosten in der häuslichen Betreuung aufkommen.

Ergänzungsleistungen nicht vergessen!
Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, von den Kassen ungedeckte Kosten durch die Ergänzungsleistungen (EL) zur IV oder AHV berappen zu lassen. Auch ein Anspruch auf Hilflosenentschädigung kann in manchen Fällen geltend gemacht werden.
In jedem Fall sollte man sich einen Überblick über die eigene Versicherungspolice und die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung verschaffen.